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Wirtschaft

Mieten im Aufwind: Eine Analyse der Raiffeisen-Studie

Die aktuelle Raiffeisen-Studie prognostiziert einen Anstieg der Mieten. Ein Blick auf die Hintergründe dieser Entwicklungen und ihre Auswirkungen.

Felix Weber29. Juli 20263 Min. Lesezeit

Die ersten Monate des Jahres neigen sich dem Ende zu, und wie immer wird in Zeitungen über die neuesten Trends im Immobilienmarkt berichtet. Diesmal steht die Raiffeisen-Studie im Mittelpunkt, die einen bemerkenswerten Anstieg der Mieten voraussagt. Eine solch gewagte Behauptung weckt Interesse und, nicht zu vergessen, auch das eine oder andere Stirnrunzeln. Man könnte sagen, man hat die Dynamik des Marktes mit einer Portion britischem Understatement untersucht.

Die Zahlen, die Professoren und Ökonomen in die Welt setzen, sind oft so abstrakt wie ein Gemälde von Mondrian. Sie neigen dazu, das große Ganze im Blick zu behalten, jedoch bleibt manchmal der Bezug zur Realität auf der Strecke. In diesem speziellen Fall zeigt die Raiffeisen-Studie, dass die Mietpreise auf ein Niveau steigen könnten, das nicht nur einige überraschen wird, sondern auch viele, die in der Miete leben, in die Verzweiflung treiben könnte.

Doch was steckt hinter dieser Vorhersage? Zunächst einmal ist der Wohnungsmarkt ein zäher Brocken, der sich nicht einfach so von Trends beeinflussen lässt. Es gibt zahlreiche Faktoren, die das Mietniveau bestimmen: Angebot und Nachfrage, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und nicht zuletzt die politischen Entscheidungen auf kommunaler und bundesstaatlicher Ebene. In vielen Städten erleben wir seit geraumer Zeit ein Missverhältnis zwischen dem, was zur Verfügung steht, und dem, was tatsächlich benötigt wird. Man könnte sagen, es ist fast wie die Suche nach einem Parkplatz in der Innenstadt an einem Freitagabend.

Das Fehlen von Neubauten und die steigende Nachfrage, besonders in urbanen Zentren, haben dazu geführt, dass die bereits hohe Mietbelastung weiter ansteigt. Die Raiffeisen-Studie unterstreicht diese Entwicklung und hebt hervor, dass die sozialen Wohnungsbauprojekte in vielen Städten nicht im gleichen Maße mitwachsen wie die Bevölkerung. Schade, könnte man sagen, wenn nicht das Wort "dramatisch" zu allem auch noch dazugehört.

Die Historie der Mietpreise in der Schweiz ist fast so alt wie die Schweiz selbst. In den letzten Jahren gab es immer wieder Phasen steigender Mieten, gefolgt von stagnierenden oder sogar leicht fallenden Preisen. Diese Zyklen scheinen sich hingegen festgesetzt zu haben – trotz der Tatsache, dass die Lebenshaltungskosten nicht gerade sinken. Man könnte schmunzeln, wenn man sich fragt, ob die Mieten in einer Parallelwelt wohnen, die mit der Realität der Mietenden nicht unbedingt in Einklang steht.

Die Raiffeisen-Studie bezieht auch die wirtschaftliche Erholung nach der Pandemie in ihre Prognosen ein. Mehr Menschen kehren zurück ins Büro und mit ihnen die Nachfrage nach Wohnraum. Wo einst die Menschen in die Homeoffice-Blase geflohen sind, werden nun die Stützräder wieder abgenommen. Es ist, als würde man einen alten Freund begrüßen, der plötzlich wieder voller Elan und mit einem Haufen von Umzugskartons vor der Tür steht. Diese Rückkehr hat ihre eigenen Herausforderungen – nicht nur für die Unternehmen, sondern auch für den Wohnungsmarkt.

Die Studie prophezeit, dass die Mietpreise im urbanen Raum bis zum Ende des Jahres um weitere fünf bis zehn Prozent steigen könnten. Vor diesem Hintergrund fragen sich viele: Wie viel länger kann sich dieser Anstieg noch fortsetzen? Vielleicht in Ländern, in denen Mieten traditionell viel niedriger sind als hierzulande, könnte man nach einem Muster suchen. Doch das führt uns wieder zum Thema Angebot und Nachfrage und zur Frage, ob wir uns nicht einfach in einem endlosen Zyklus befinden. Wenn man das hört, könnte man die Theorie aufstellen, dass die Mieten ein wenig wie die Inflation – sie sind da, und die einzige Konstante in dem Spiel ist, dass sie immer steigen.

Schließlich, was sind die Optionen für die, die all dies hautnah erleben müssen? Ein Umzug in eine andere Stadt oder gar ein anderes Land? Oder das Streben nach einer Mietpreisbremse, die zwar theoretisch gut klingt, aber in der Praxis oft eine Mauer gegen die Wirklichkeit bildet?

Es bleibt spannend. Die Raiffeisen-Studie hat uns einen Einblick gegeben, aber auch Fragen aufgeworfen. Und während wir uns fragen, wie der Wohnungsmarkt sich entwickeln wird, bleibt uns eines gewiss: Die Mieten werden immer Teil des Gesprächs bleiben. Vor allem dann, wenn der Platz auf der Couch für die ganze Familie nicht ausreicht und das Budget nicht ganz mithalten kann.

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